Bericht des Headgreenkeepers

Liebe Mitglieder,

da immer wieder Fragen rund um den Platzzustand auftauchen, möchte ich Ihnen hier ein paar Einblicke geben:

Grüns:

Manche kahle Stellen sind durch Pilzbefall (Anhtracnose) der unerwünschten Rasensorte „Poa Annua“ beeinträchtigt. Daher sehen Sie auf den Grüns auch immer wieder kahle Stellen. Es findet dort kein Wurzelwachstum statt, daher sind sie stressanfälliger bei Hitze und Feuchtigkeit.

Die Prüfung unseres Teichwassers, dass wir zum Beregnen verwenden, hat eine sehr schlechte Wasserqualität ergeben. Dies beeinflusst die Aufnahme und Wirkung von Pflanzenschutzmitteln und Dünger. Lösungen für dieses Problem werden derzeit untersucht und erarbeitet. Übermäßige Regenfälle im Frühsommer hatten ebenfalls Einfluss auf das geringe Wurzelwachstum.

Als Maßnahme fördern wir nun gezielt das Wachstum der Rasensorte „Agrostis“ auf den Grüns. Diese ist weniger stress- und pilzanfällig und führt auf Dauer zu besseren Grüns. Dadurch stirbt die Rasensorte „Poa Annua“ langsam ab was derzeit für kahle Stellen sorgt.
Dieser Vorgang braucht allerdings Zeit, wir rechnen bis zu 2 Saisonen bis alle Greens auf Agrostis umgestellt sind.

Fairway /Semirough :  

Der sogenannte Dollarspot hat auf einigen Fairways für schlechtes Graswachstum gesorgt.

„Die Dollarflecken-Krankheit (Sclerotinia homoeocarpa) ist eine Krankheit, die zwischen Frühjahr und Spätsommer / Herbst auf Rasenflächen infiziert. Der Erreger befällt ausschließlich die Blätter der Gräser. Insbesondere auf Tiefschnittrasen im Golfbereich kann dieser Pilz die Rasenqualität stark beeinträchtigen. Charakteristisch und namensgebend für diesen Pilz ist das hervorgerufene Schadbild. Verstärkt wird die Auswirkung auch durch kalte Nächte und warme Tage mit starker Taubildung.“ (Quelle Wikipedia)

dollarspotesp05

Derzeit ist im Boden nicht genug Stickstoff verfügbar (keine Wurzeln, übermäßiger Filz). Eine späte Einbringung von Stickstoff mittels Dünger zu dieser Jahreszeit würde dem Rasen aber mehr schaden als nutzen.

Pilzsschutz: In Deutschland sind Pflanzenschutzregeln im Golfbereich sehr streng. Es stehen nur 3 Fungizide zur Verfügung und diese dürfen auch nur 3x im Jahr benutzt werden.

Wir verwenden Fungizide selten bis gar nicht, sondern versuchen natürliche Alternativen zu verwenden. Wenn unsere Greenkeeper am Platz mit Spritzgeräten unterwegs sind, dann sind es für Menschen und Tiere ungiftige Bodenhilfsstoffe oder Dünger.

Unser Bestreben ist es mit der Natur zu arbeiten und so den Platz in ein besseres Gleichgewicht zu bringen. Natürliche Balance wiederherzustellen dauert allerdings seine Zeit. Ihre Geduld wird dann aber durch eine biologisch einwandfreie Gesamtsituation am Golfplatz nachhaltig belohnt.

Mit sportlichen Grüßen

Andy Krichel

Head Greenkeeper