Wir möchten Ihnen ein paar Informationen zu der aus golferischer Sicht unbeliebten Pflegemaßnahme, dem Aerifizieren geben. Aerifizieren ist einer der intensivsten Arbeitsgänge der auf Sportrasen, vorzugsweise Greens, durchgeführt werden. Die Bandbreite an Gründen, warum mit welchem Werkzeugen und zu welchem Zeitpunkt, sind außerordentlich vielfältig.

Die schwierige Aufgabe der Greenkeeper besteht darin, den Spagat zwischen den Bedürfnissen der Golfspieler und der Pflanzen zu schaffen.

Als besonders unangenehm werden derartige Pflegemaßnahmen von Spielern empfunden, weil diese oftmals während der Spielsaison durchgeführt werden. Der Grund liegt in erster Linie daran, dass die Regenerationszeit mechanischer Pflege während der Vegetationszeit um ein Vielfaches geringer ist. Zudem ist eine zu starke Schädigung der Pflanzen außerhalb der Vegetationszeit zu vermeiden, da sie dadurch anfälliger für diverse Krankheiten werden.

Warum das Ganze?
Um Dauerhaft die Bespielbarkeit von Sportrasenflächen zu erhalten!

Greens und Abschläge sind auf einem sehr sanddominanten Substrat aufgebaut. Diese Substrate besitzen gegenüber einem herkömmlichen Oberboden die Eigenschaft Oberflächenwasser nach Niederschlägen schnell in die darunter liegende, wasserableitende Drainschicht weiterzuleiten. Die für die gute Wasserführung verantwortlichen Bodenporen sind allerdings auch der ideale Raum für die Wurzeln unserer Gräser. Erst einmal freut sich der Greenkeeper darüber, wenn die Pflanzen gute Wurzeln ausbilden, denn ohne sie würde darüber keine gesunde Pflanze existieren. Die Pflanze bildet ständig neue Wurzeln alte sterben ab, was zur Folge hat, dass die so wichtigen Poren im Boden nach und nach mit organischem Material gefüllt werden.

Die Folgen der übermäßigen Anreicherung von Organik in Rasentragschicht Substraten sind:

  • Wasserleitfähigkeit nimmt ab.
  • Die toxischen Gase die entstehen beim Verrotte Prozess der abgestorbenen Wurzeln können nicht mehr entweichen
  • Durch überhöhten Anteil organischer Substanz im Boden kann mehr Wasser gespeichert werden als für die Versorgung der Gräser notwendig ist. Zum einen ist das feuchte Medium ein guter Nährboden für Pilzkrankheiten zum anderer fördert es die Moosbildung, aber auch die Neigung zur Bodenverdichtung erhöht sich dabei stark.

Die Aufgabe der Greenkeeper ist es zu Handeln bevor es zu Funktionsstörungen kommt!

Zum Arbeitsablauf:

In der Regel versuchen wir immer die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten.
Die Arbeitsschritte:

  • Aerifiziere
  • Aushub abräumen
  • Sanden
  • Zusätze aufbringen (Dünger, Saatgut, Bodenhilfstoffe, usw.)
  • Sand in die Löcher einarbeiten (Besen, Schleppmatte)
  • Walzen
  • Beregnen

In den folgenden Tagen sind noch immer weitere Arbeitsschritte notwendig, um schnellst möglich wieder zu guten Putteigenschaften zu kommen. Trotz aller Mühen wird es immer eine angemessene Zeit dauern ehe die Puttfläche wieder gute Ballrolleigenschaften aufweist.

Die das Spiel in größerem Umfang störenden Pflegemaßnahmen versuchen wir im Vorfeld bekannt zu geben. Da für einen durchschnittlichen Aerifizierdurchgang gutes Wetter notwendig ist, kann es bei den angegebenen Terminen schnell zu Verschiebungen kommen. Unter Umständen werden derartige Arbeiten auch vorverlegt. Auch für diesen Umstand bitten wir um Verständnis.

Schönes Spiel!
Golfclub Bodensee Weissensberg